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News Germany

In dem Forschungsprojekt KonsensOP soll ein virtueller Assistent entwickelt werden, der die Mitglieder des Operationsteams entsprechend ihrer Rolle und Aufgaben individuell unterstützt. (Grafik: Stefan Riel, Prof. Markus Schwarz/Fraunhofer IOSB, Universität Heidelberg, Medizinische Fakultät Mannheim)
May 6, 2015 | News Germany

Forscher entwickeln empathischen OP-Assistenten

by Surgical Tribune (PM)

KARLSRUHE, MANNHEIM – Mit einem Kick-off-Meeting startete kürzlich ein interdisziplinäres Forschungsprojekt dreier namhafter Institutionen aus Karlsruhe und Mannheim, welches das Ziel verfolgt, die Sicherheit im Operationssaal bei seltenen Eingriffen und unvorhersehbaren Ereignissen zu verbessern. Das Projekt KonsensOP befasst sich mit der Entwicklung eines virtuellen Assistenten, der das OP-Team individuell und gezielt in Situationen unterstützt, die nicht Routine sind.

An dem Projekt beteiligt sind neben einem Team des Fraunhofer-Instituts für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB) in Karlsruhe, Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) sowie des Orthopädisch-Unfallchirurgischen Zentrums (OUZ) der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Projekt KonsensOP über drei Jahre mit insgesamt 2,2 Mio. Euro.

Der Einsatz eines Assistenzsystems in der Medizin ist nicht neu. Unterstützende Systeme im OP, die einzelne Schritte vorgeben und sich auch versichern, dass diese korrekt ausgeführt wurden, sind bereits verfügbar. Visionär im Projekt KonsensOP ist allerdings, dass sich das System nur dann an die Seite des Chirurgen bzw. des OP-Teams stellt, wenn Unterstützung angebracht ist, und zwar ungefragt, proaktiv und empathisch.

Hierbei stellt sich den Wissenschaftlern die Aufgabe, ein System zu entwickeln, das den Eingriff im OP in einer Art aufmerksamem Stand-by-Modus begleitet und das in der Lage ist, eine unvorhergesehene Situation, die von der Routine abweicht, sofort zu erkennen. Zum Einsatz soll dabei eine neuartige Kombination sensorischer Systeme kommen, welche die Emotionen der Mitglieder des OP-Teams erfassen und im Bedarfsfall das Assistenzsystem aktivieren.

Das System unterstützt das Team proaktiv, indem es situationsbezogen einen evidenz-basierten alternativen Arbeitsablauf anbietet und diesen assistiert, und zwar angepasst an die einzelnen Rollen innerhalb des Teams. Dabei führt der Chirurg weiterhin die Regie, denn im Zentrum des Handelns im Operationssaal steht die Interaktion zwischen dem Chirurgen und seinem Patienten, sowie auch den übrigen Ärzten, Pflegern und dem Hilfspersonal seines Teams.

Das Projekt KonsensOP wird von Fraunhofer IOSB koordiniert. Die Wissenschaftler entwickeln vornehmlich die sensorischen Systeme, durch deren Signale der korrekte Zeitpunkt des Eingreifens eines solchen Assistenzsystems ermittelt wird. Sie arbeiten dabei mit dem Computer Vision for Human-Computer Interaction Lab des KIT zusammen. Die medizinische Leitung des Projektes liegt bei der Sektion Experimentelle Orthopädie und Unfallchirurgie des OUZ. Seitens des KIT sind mehrere Einrichtungen und Wissenschaftler unterschiedlicher Professionen beteiligt: das Institut für Arbeitswissenschaft und Betriebsorganisation, das Institut für Anthropomatik und Robotik und der Lehrstuhl für Interaktive Echtzeitsysteme.

Für weitere Informationen zum Thema Digitaler OP, klicken Sie hier.

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